Polterabend oder Folterabend

Polterabend in Deutschland

Polterabend - Die Feier

Zum Polterabend wird in der Regel niemand eingeladen. Es kann jeder kommen, der kommen will. Auch das Mitbringen von Geschenken ist eigentlich unüblich. Aber in der heutigen Zeit kommt es öfter mal vor, dass Nachbarn oder Arbeitskollegen Hochzeitsgeschenke mitbringen, weil sie zu der Hochzeitsfeier nicht eingeladen sind. In der Regel werden die Scherben gleich zertrümmert, sobald jemand kommt. Das Brautpaar muss dann anschließend gemeinsam die Scherben zusammenkehren. Durch dieses Ritual beweisen die Eheleute, dass sie auch schwierige Aufgaben im Alltag gemeinsam meistern können. Die Feier findet eher spontan statt, sodass sich niemand besonders kleiden muss. Auch dass Essen sollte keinem Festschmaus gleichen. An schönen Sommertagen wird meistens gegrillt. Nachmittags werden Spiele gespielt, Gedichte aufgesagt oder Geschichten erzählt.

Polterabend - Herkunft des Brauchtums

Der Brauch vom Polterabend hat in Deutschland eine lange Tradition. Es besteht ein Zusammenhang zwischen dem Aberglauben, dass Scherben Glück bringen und dem Zertrümmern von Porzellanwaren am Polterabend. Vermutlich glaubten die alten Germanen, dass man durch Verursachen von Lärm, böse Geister vertreiben kann. Deswegen zogen die Familien der Braut und des Bräutigams am Abend vor der Hochzeit durch das Dorf und verursachten lauten Lärm. Im Mittelalter wurde dieser Brauch dann vermutlich durch das Zertrümmern von altem Geschirr fortgesetzt. Hierzu wurde und wird bis heute alles benutzt, was nur irgendwie aus Keramik oder Porzellan besteht. Vom alten Geschirr über Blumentöpfe und Fließen bis hin zur Toilettenschüssel kann man alles mitbringen und zertrümmern. Hauptsache man verursacht viele Scherben. Viele Scherben sollen deshalb Glück bringen, weil man im Töpferhandwerk, wenn man von Scherben spricht, alle Gefäße meint, die der Töpfer besitzt. Wenn er viele Töpfe besitzt, bringt es ihm Glück, weil er viele verkaufen kann. Daher bringen Scherben glück.